Sonntag, 27. September 2026 - Jürgen Schmidt

Knapper Sieg beim SK10

Im ersten Saisonspiel der zweiten Mannschaft hatten wir ein Auswärtsspiel bei der 10. Mannschaft vom SK Münster. Es wurde ein spannender Kampf, bei dem unsere unteren Bretter voll überzeugten, während die Spitzenbretter Schwächen erkennen ließen.

Lennards junge Gegnerin wählte die spanische Eröffnung. Lennard griff bald auf dem Damenflügel an, zunächst mit dem Läufer auf b4. Nachdem dieser zurückgetrieben auf b6 war, attackierte er die vorgerückten weißen Bauern. Sodann griff er mit seiner Dame einen Springer an, dieser wurde von der weißen Dame nur unzureichend gedeckt, so dass Lennard erst die weiße Dame per Abzug vertreiben und dann den Springer erobern konnte. Mit einem ähnlichen Manöver konnte er etwas später auch noch einen Turm erobern. Seine Gegnerin kämpfte trotzdem unerschrocken weiter, wurde aber einige Züge später mattgesetzt. (3 : 1)

Ralf kämpfte mit Schwarz gegen die schottische Partie. Nach einer langen Theorie-Variante konnte sein Gegner der Verlockung eines Bauerngewinns und eines eventuellen Qualitätsgewinns nicht widerstehen. Nach einem Läufertausch, bei dem Weiß mit dem f-Bauern zurücknehmen musste, konterte Ralf mit einem Damenschach auf h4, woraufhin der weiße König nach d2 flüchten musste. Ralf stand nun klar überlegen, fand aber nicht immer die besten Züge, so dass sein Gegner immer wieder ausgleichen konnte. Ralf griff aber unermüdlich an, und drohte mit seinem Springer ein fürchterliches Schach. Sein Gegner ignorierte diese Drohung, und musste im nächsten Zug seine Dame gegen dieses Pferd tauschen. So wollte er nicht weiterspielen und gab auf. (6 : 2)

Christian hatte Weiß und wählte eine Damenbauerneröffnung. Nach frühem Läufertausch gab sein Gegner mit dem schwarzfeldrigen Läufer ein Schach au b4, und zog diesen nach der Antwort c2-c3 auf a5 zurück. Nach einigen Entwicklungszügen, unter anderem wurde die schwarze Dame nach b6 gestellt, fiel Christian die prekäre Lage des Läufers auf a5 auf. Er griff diesen mit einem Bauernzug nach b4 an, und eroberte ihn im Tausch gegen zwei Bauern. Von da an dominierte er die Partie, übte Druck in der Mitte aus, und eroberte dabei den Bauern auf c6. Danach drang er mit Turm und Dame tief in die gegnerische Stellung ein, erst mit dem Turm auf die siebte Reihe, dann mit der Dame auf die achte Reihe mit Schachgebot und anschließender Turmeroberung. Sein Gegner gab auf. (9 : 3)

An Brett zwei wählte Jannik mit den schwarzen Figuren die Holländischen Verteidigung. Er erlangte Zentrumskontrolle, unterband die meisten gegnerischen Drohungen und gewann sogar einen Bauern. Im Gefühl der scheinbaren Sicherheit gab er alten Schwächen nach. Er beließ den Damenläufer während des gesamten Spiels auf seinem Startfeld. Seine Idee war, diesen Läufer mit größtmöglicher Effizienz ohne Tempoverlust einzusetzen. Aber seinem Gegner gelang es im Verlauf der Partie, die Stellung zu verkomplizieren, und dabei einen Bauern weit nach vorne zu schieben. Dieser Bauer sperrte nicht nur den unglückseligen schwarzen Läufer ein, sondern drohte auch noch, sich zur Dame umzuwandeln. Die Partie war verloren. (10 : 6)

Kalle wählte die englische Eröffnung und brachte damit seinen Gegner ins Grübeln. Es entwickelte sich eine Kampfpartie, die aber immer ausgeglichen blieb. Erst nach dem Damentausch zeigte sich, dass Kalle seine Türme besser positioniert hatte. Sein Angriff auf einen gegnerischen Bauern konnte zwar durch einen Turmtausch abgewehrt werden, aber in der Zwischenzeit hatte Kalle seinen König bessergestellt. Insgesamt hatte er eine gewinnverheißende Stellung erkämpft, aber da zu diesem Zeitpunkt klar war, dass nur noch ein Punkt zum Mannschaftssieg fehlte, bot er Remis an. Sein Gegner zögerte lange, nahm dann aber das Angebot an. (12 : 8)

Jürgen spielte mit weiß gegen die Caro-Cann-Verteidigung. Nach einer ausgeglichenen Eröffnung fand er im frühen Mittelspiel nicht den richtigen Plan und brachte zu früh die Dame am Königsflügel in Position. Dadurch bekam sein Gegner das angenehmere Spiel, und konnte alle seine Figuren gut ins Spiel bringen. Da aber auch er nicht immer die besten Züge fand, blieb die Partie bis ins späte Mittelspiel in der Remisbreite. Im 28. Zug hatte Jürgen letztmalig die Chance das Spiel auszugleichen, aber er verpasste auch diese Chance, und wurde dann verdientermaßen überspielt. (13 : 11)

Nach drei Siegen an den unteren Brettern sicherte Kalle mit seinem Remis den knappen, aber verdienten Mannschaftssieg ab, wenigsten ein Trost für die beiden unglücklichen Spitzenbretter.