Donnerstag, 17. September 2026 - Jürgen Schmidt

Schachbericht: Hiltrup-Nordkirchen 5.9.26

Da eine Spielverlegung leider nicht möglich war, musste unser Gast aus Nordkirchen stark ersatzgeschwächt antreten, und sogar das zweite Brett kampflos abtreten. Es entstand trotzdem ein spannender Wettkampf, bei dem bis zum letzten Spiel beide Mannschaften Siegchancen hatten.

Christian hatte bei seinem Debüt am ersten Brett einen unglücklichen Tag erwischt. Die Eröffnung verlief recht ruhig, aber dann konnte Christian mit seinen Springern die weiße Königsstellung durcheinanderbringen. Als Ergebnis stand er mit einem Läufer und seiner Dame gefährlich vor dem gegnerischen Monarchen. Objektiv war die Stellung aber remis, was Christian aber falsch einschätzte. Beim Versuch, eine Qualität zu gewinnen, übersah er, dass seine Dame gefangen war, und gab auf. (4 : 3)

Daniel spielte mit Schwarz eine seltenere Variante der spanischen Partie. In Folge eines zweifelhaften Springerzugs des Weißen konnte Daniel dessen Bauernstruktur am Königsflügel zerstören. Durch beständiges Druckspiel und unangenehme Fesselungen konnte er Weiß zur Aufgabe seiner Rochade zwingen. Ein Springeropfer von Daniel, gefolgt von etlichen Abtauschen, überführte das Spiel ins Endspiel, in dem er mit D+L+2B gegenüber 2T+L nur einen kleinen materiellen Vorsprung hatte. Aber er hatte weiterhin Angriff gegen einen völlig ungeschützten König und gewann das Spiel wenige Züge später. (7 : 4)

Zunächst verlief die Partie von Rudolf ganz nach Plan. Er opferte einen Bauern, um im Zentrum Druck aufzubauen. Nach planmäßigen Wiedergewinn des Bauern wollte er dann mit Königsangriff fortsetzen, auch mit Hilfe eines Opfers. Aber er vernachlässigte dabei seinen Damenflügel, wo sein Gegner mit einem geschickten Turmmanöver, beginnend mit dem harmlos erscheinenden Zug Tf8-f7, auf der a-Linie den weißfeldrigen Läufer erobern konnte. Danach blieben Rudolf nur noch Rückzugsgefechte, die Partie war verloren. (8 : 7) Peter geriet mit Weiß in eine Nebenvariante der sizilianischen Verteidigung. In einer rein positionellen Partie ohne taktische Höhepunkte gelang es seinem Gegner, die Initiative zu ergreifen. Diesen kleinen Vorteil behielt er bis ins Endspiel. Peters Springer wurde vom gegnerischen Läufer dominiert, zudem drohte Bauernverlust. In dieser schwierigen Situation entschloss sich Peter zu einem Remis-Angebot, das akzeptiert wurde. (10 : 9)

Antonio spielte mit Schwarz das Damengambit. Sein Gegner misshandelte die Eröffnung jedoch so sehr, dass Antonio sich einen gewaltigen positionellen Vorteil herausspielen konnte. Leider übersah er dann zwei Mal hintereinander den Gewinnzug, woraufhin sein Vorteil völlig verloren ging und er sich mit einem Remis zufriedengeben musste. Sehr, sehr ärgerlich. (12 : 11)

Wie üblich wählte Hartmut mit den schwarzen Steinen eine unregelmäßige Eröffnung, was zu komplizierten Spiel führte. Erst nach der Eroberung eines wichtigen Zentralbauern kam er in Vorteil, und baute diesen mit druckvollem Spiel immer weiter aus. Auch materiell geriet er in Vorteil, zum Schluss hatte er einen ganzen Turm mehr, und das bei anhaltender Initiative. Leider vergriff er sich beim finalen Mattangriff; die Beseitigung eines lästigen Bauern wurde mit einem Springerschach beantwortet und der gesamte Vorteil war dahin. Kurz darauf beendete sein Gegner die Partie mit einem Dauerschach. (14 : 13)

Jürgen musste sich als Weißer mit einer Variante der Pirc-Verteidigung auseinandersetzen. Er konnte zwar schon in der frühen Eröffnung einen kleinen Vorteil erspielen, aber sein Gegner hielt mit aggressivem Spiel dagegen. Auch nach dem Gewinn einer Figur gegen zwei Bauern musste Jürgen äußerst sorgfältig agieren. In der Folge konnte er seinen Vorteil ausbauen, aber wegen Ungenauigkeiten auf beiden Seiten erhielt sein Gegner immer wieder Ausgleichschancen. Erst im späten Mittelspiel erhielt Jürgen die Chance für eine König-Dame-Springergabel, die das Spiel abrupt beendete. (17 : 14)

Alles in allem ein glücklicher Sieg, aber angesichts einer sehr schwierigen Saison auch ein sehr wichtiger Sieg.