Samstag, 28. März 2026 - Jürgen Schmidt

Schwaches Spiel

Gegen die sechste Mannschaft des SK32 waren wir eigentlich klarer Favorit, aber bei einem rabenschwarzen Tag von Jürgen und weiteren unglückliche Entscheidungen mussten wir mit einem Mannschaftsunentschieden zufrieden sein.

Jürgen wurde durch eine unorthodoxe Eröffnung seines Kontrahenten dermaßen aus der Bahn geworfen, dass er für die ersten Züge nicht nur unnötig viel Zeit verschwendete, sondern auch die Stellung völlig falsch einschätzte. Obwohl er objektiv besser stand, verfiel er schon nach drei Zügen in Panikmodus. Bei einem Schachangebot seines Gegners machte er nicht den naheliegenden Zug. Stattdessen wollte er verlorene Zeit wieder gut machen, überlegte nicht richtig, und stellte eine Figur ein. In dieser Verfassung war ein Weiterspielen nicht möglich, auch wenn die Partie noch keineswegs verloren war. (1 : 3)

Daniel spielte mit den weißen Steinen eine scharfe Variante der italienischen Eröffnung. Schon im fünften Zug fand sein Gegner nicht die richtige Fortsetzung, und hatte fortan mit Entwicklungsrückstand und einem starken gegnerischen Zentrum zu kämpfen. In dieser Situation ging Daniel sofort zum Mattangriff über und bot mit dem Einschlag auf h7 ein Läuferopfer an. Auch die Ablehnung des Opfers konnte die Partie nicht retten, und wenige Züge später erfolgte dann doch das Matt. (4 : 4)

Antonio sah sich als Weißer nach d4 mit Albins Gegengambit konfrontiert und damit etwas in die Defensive gedrängt. Er verteidigte sich aber erfolgreich und erspielte sich einen positionellen Vorteil sowie einen Mehrbauern. Nachdem er die Möglichkeit zum Gewinn eines Läufers übersehen hatte, griff er - auch aufgrund einer gewissen Zeitnot - voreilig nach einem weiteren Mehrbauern. Dabei übersah er einen Läuferspieß, der ihn die Qualität kostete. Dennoch war seine Stellung so gut, dass sein Gegner anschließend einem Remis zustimmte. (6 : 6)

Rudolf wollte seinen Gegner mit einem unkonventionellen Zug überraschen, verlor dabei aber nur Zeit in der Entwicklung. In der Folge stand er sehr beengt, drängte aber konsequent auf Befreiung. Er gewann dabei sogar einen Bauern. In dieser Spielphase kam es dann zu diversen Abtauschen. Im nun folgenden Endspiel entwickelte sich der Mehrbauer zum entscheidenden Freibauern. In einem zähen Ringen gelang es Rudolf mit Geduld und klarem Plan, das Spiel zum Sieg zu führen. (9 : 7)

Gegen den unambitionierten, aber äußerst soliden Aufbau seines Gegners fand Peter nicht den rechten Zugriff. Auch wegen seiner angeschlagenen Gesundheit nahm er deshalb bei völlig ausgeglichener Stellung und ohne eine sinnvolle Angriffsidee schon im Mittelspiel das Remisangebot seines Gegners an. (11 : 9)

Die unglücklichste Partie des Tages hatte Steffen. Er hatte sich aus der Eröffnung heraus einen Vorteil erarbeitet, und diesen schon in gleich zwei Mehrbauern umgemünzt. Hieraus entwickelte sich eine Endspielstellung, in der er einen gedeckten zentralen Freibauern hatte. Sein Gegner versuchte es mit einem Remisangebot, aber völlig zu Recht lehnte Steffen ab. Um den Gewinn zu forcieren, traf er nun leider eine falsche Entscheidung, und urplötzlich hatte sein Gegner den unaufhaltsamen Freibauern, und die Partie ging doch noch verloren. (12 : 12)

An Brett 1 entstand ausgangs der Eröffnung eine schwierige Mittelspielstellung. Bis zum 35.Zug hielten beide Spieler mit ihren Zügen die Stellung ungefähr im Gleichgewicht. Dann „vergaß“ Stefan seinen a-Bauern und spielte einen ungenauen Zug mit dem Turm. Sein Gegenüber ließ sich die Chance nicht entgehen und eroberte mir einem Doppelangriff den a-Bauern. Diesen Vorteil gab der Spieler auf Seiten des SK Münster anschließend nicht wieder her. Nachdem die Umwandlung eines Bauern in eine neue schwarze Dame nicht gestoppt werden konnte, gab Stefan im 67.Zug auf. (13 : 15)

Am 2. Brett spielte Christian mit Schwarz gegen eine katalanische Variante. Es entwickelte sich eine lange, spannende Partie, in der Weiß nach einigen Scharmützeln einen zentralen, einzelnen Freibauern erzielen konnte. Diesen konnte Christian aber lange blockieren. Im weiteren Verlauf entwickelte sich ein Turmendspiel, bei dem beide Seite am Königsflügel drei Bauern hatten, die sich blockierten. Am Damenflügel standen jeweils zwei Bauern und Weiß hatte auf d5 noch diesen Freibauern, der später noch eine große Rolle spielen sollte. Weiß wechselte mit seinem König zum Damenflügel, um dort die schwarzen Bauern zu erobern. Christian versuchte, um Gegenspiel zu erhalten, mit seinem Turm die weißen Bauern entsprechend anzugreifen. Und hier wählte Weiß die falsche Fortsetzung, um den zentralen Freibauern nicht zu verlieren. Dadurch erhielt Schwarz aber plötzlich eine sehr starke Drohung und das Spiel drehte sich plötzlich zum Königsflügel. Da der weiße Monarch zu weit entfernt stand konnte Christian nach langem Ringen seinen letzten Bauern unaufhaltsam vorschieben, die Partie gewinnen und somit den Mannschaftskampf doch noch zu einem Unentschieden führen. (16 : 16)

Als Fazit dieses Schchnachmittags sollten wir die überzeugenden Siege von Daniel, Christian und Rudolf im Gedächtnis behalten und den Rest vergessen.