Freitag, 27. Februar 2026 - Jürgen Schmidt

Heftige Niederlage beim Spitzenreiter – aber mit Lichtblicken

Der Ausflug nach Coesfeld begann schon unerfreulich, da wir unser zweites Brett nicht besetzen konnten (0 : 3). Nach zwei schnellen und unnötigen Niederlagen war der Mannschaftskampf schon früh entschieden, aber es gab auch zwei positive Überraschungen.

Kalle wählte ausnahmsweise die Damenbauerneröffnung. Vielleicht war es der ungewohnte Stellungstyp, vielleicht die Konzentration auf die eigenen Angriffsüberlegungen, aber urplötzlich hatte sein Gegner ein Damenschach auf den unrochierten König mit Doppelangriff auf einen ungedeckten Läufer. Dieser ging ersatzlos verloren, und wenige Züge später gab Kalle das hoffnungslose Spiel auf. (1 : 6)

Heiner spielte gegen e4 die Caro-Kann-Verteidigung. In der Eröffnung hatte er eine solide Stellung, war aber mit seiner Bauernstruktur etwas unglücklich. Beim Übergang ins Mittelspiel kam sein Gegner leicht in Vorteil, insbesondere sein Läufer auf b3 übte starken Druck aus. Dagegen stand Heiners Läufer hinter seinem e5-Bauern. Beim Versuch, diesen besser zu stellen, übersah Heiner einen gegnerischen Turm. Von da an war das Spiel nicht mehr zu halten, und die Aufgabe im 27. Zug war die folgerichtige Konsequenz. (2 : 9)

Lennard spielte mit den weißen Steinen die preußische Partie. Nach Bauerntausch auf d5 nutzte Lennard die Gelegenheit für weitere Figurentausche und Damentausch. Zum Schluss verblieb sein Gegner bei gleichem Material mit zwei Doppelbauern, wobei der Doppelbauer auf der c-Linie isoliert und damit besonders schwach war. Deshalb und auch wegen seiner aktiveren Figuren hatte Lennard einen kleinen Vorteil. Diesen nutzte er, um seinen Turm auf der siebten Reihe zu platzieren. Aufgrund der schlecht postierten gegnerischen Figuren konnte kurz darauf einen Läufer und damit die Partie gewinnen. (5 : 10)

Einen besonders bitteren Nachmittag erlebte Hans an Brett 1 mit den weißen Steinen. In einer Nebenvariante des angenommenen Damengambits versuchte sein um rd. 200 DWZ-Punkte höher notierter Gegner, in einer kämpferischen Partie die Initiative zu ergreifen, wurde jedoch nach einigen ungenauen Zügen zurückgedrängt, schließlich vollkommen überspielt und landete in einer klaren Verluststellung. In einem Anfall völliger Schachblindheit übersah Hans dann aber einen Angriff auf seine Dame, was zu einem abrupten Ende der Partie und zu einem – auch für den Gegner überraschenden – Schwarzsieg führte. (6 : 13)

Die längste Partie des Tages spielte wieder einmal Ralf. Mit Albins Gegengambit überraschte er seinen Gegner, verlor aber letztlich dabei einen Bauern. Nach frühem Damentausch vollendeten beide Parteien ihre Entwicklung, und Ralf konnte die Partie fast ausgleichen, da sein Gegner einen ruhigen Aufbau wählte. Im Mittelspiel konnte Ralf seinen Bauern zurückgewinnen, und aufgrund beiderseitiger kleiner Ungenauigkeiten wogte der Vorteil hin und her. Nach weiteren Abtauschen entstand ein Springerendspiel mit Mehrbauern und klarem Vorteil für Ralf. In dieser Situation bot er Remis an, denn gegen einen DWZ hoch überlegenen Gegner war das schon ein großer Erfolg, und der Mannschaftskampf war auch schon seit Stunden entschieden. Sein Gegner nahm das Angebot natürlich dankend an. (8 : 15)

Gratulation an Lennard und Ralf. In voller Besetzung und mit etwas mehr Glück wäre mehr möglich gewesen.