Knappe Niederlage gegen ein Topteam
Es stand das zweite von drei Lokalderbys gegen den SK32 Münster (VII) an. Der Gast war nur ganz leicht favorisiert, und es entwickelte sich ein Mannschaftskampf, der bis zum Schluss spannend blieb.
Peter hatte es mit den weißen Steinen mit einem jungen, sehr starken Gegner zu tun, der von vornherein Druck machte und auf Bauerngewinn spielte. Peter hatte etwas Gegenspiel auf der a-Linie, und die Hoffnung von der Grundreihenschwäche seines Gegners profitieren zu können. Diese Hoffnung konkretisierte sich schon sehr bald; sein Gegner lehnte den Abtausch Dame gegen zwei Türme ab, und musste einen Zug später seine Dame opfern, um Matt zu vermeiden. Das Spiel hatte sich jetzt komplett zugunsten von Peter gedreht, drei Züge später erfolgte die Aufgabe, und nach 90 Minuten war der erste unerwartete Sieg sichergestellt. (3 : 1)
Nachdem Peter uns in Führung gebracht hatte, konnten unsere Gäste an Brett 1 ausgleichen. Nach der Eröffnung hatte sich eine Stellung ergeben, die für Stefan eine Spur besser war. Seine Berechnung beim Schlagen eines Bauern war jedoch fehlerhaft und der Bauer erwies sich in der Folge als schwer vergiftet. Weiß gewann eine Figur und bekam als Zugabe einen heftigen Angriff auf den schwarzen König. Einige Züge später kapitulierte Stefan und gratulierte seinem Gegner zum Sieg. (4 : 4)
Hartmut wählte wieder seine weiße Standarderöffnung, und erzwang damit längeres Nachdenken bei seinem Gegner. Dieser fand jedoch eine gut spielbare Verteidigung. Es ergab sich eine komplizierte Partie, die beide Kontrahenten viel Zeit kostete. Der Vorteil lag aufgrund vorgerückter Bauern eher beim Gegner. In dieser Situation beschloss Hartmut, durch schnelles Ziehen psychologischen Druck auszuüben. Dieser Plan ging auf, einige unvorteilhafte Tausche und plötzlich stand Hartmuts Gegner auf Verlust. Den Sieg ließ sich Hartmut dann nicht mehr nehmen. (7 : 5)
Antonio spielte mit den schwarzen Steinen die Sizilianische Drachenvariante, und geriet in einen starken Angriff auf seine Königsstellung. Dank sorgfältiger Verteidigung konnte sein Gegner den positionellen Vorteil weder in Materialgewinn noch in einen Mattangriff ummünzen. Aufgrund des scharfen Spiels gerieten beide Akteure in üble Zeitnot. Antonio gelang es in dieser Phase den gegnerischen Angriff abzuwehren und sogar einen kleinen Vorteil herauszuarbeiten. Aber angesichts der Zeitnot einigten sich die Kontrahenten nach knapp 30 Zügen auf ein Remis. (9 : 7)
Rudolfs Partie fing eigentlich gut an, nach einigen unorthodoxen Züge in der Eröffnung konnte er einen Bauern gewinnen. Das war allerdings mit einem Entwicklungsrückstand verbunden, der zu einer beengten Stellung führte. Mit Hilfe einer kleinen Kombination gelang es Rudolf, einen Springer ins Zentrum zu manövrieren, der die Angriffsmöglichkeiten seines Gegners vorerst blockierte. Aber sein Gegner behielt die Initiative. Unter diesem Dauerdruck und aufkommender Zeitnot ließ sich Rudolf zu einem Rückzug seines zweiten Springers auf die Grundlinie verleiten. Dieser sinnlose Zug unterbrach auch noch die Verbindung der Türme, so dass eine weitere Unachtsamkeit wenige Züge später zum Turm- und Partieverlust führte. (10 : 10)
Steffen spielte mit den schwarzen Figuren eine exzellente Partie, die als französisch-sizilianischer Hybrid begann. Nach frühem Damentausch versucht Weiß die schwarze Mitte aufzubrechen, während Schwarz mit seinem zentralen Läufer die gegnerischen Türme in Schach hält. Erst nach Abtausch des starken schwarzen Läufers und Übergang ins Turmendspiel erringt Weiß Vorteil durch aktivere Figuren und beständigen Druck auf den Bauern auf c6. Nach Eindringen des weißen Königs war die Partie eigentlich für Weiß gewonnen, aber, wahrscheinlich aus mannschaftstaktischen Gründen, bekam Steffen ein Remisangebot, was er dankend annahm. (12 : 12)
Christian führte mit den weißen Steinen eine Partie mit offenem Visier gegen eine Sizilianische Drachenvariante bei der schwarz bald den d-Bauern auf die 5. Reihe nachrückte. Diese Variante war Christian nicht ganz bekannt und führte in eine scharfe Stellung, bei der Weiß die eigene Dame für die beiden schwarzen Türme gab. Obwohl Schwarz das Läuferpaar hatte, wäre die Stellung für Weiß durchaus solide gewesen, wenn er sich mehr um seinen Monarchen gekümmert hätte. Ein etwas zu eiliger Bauernvorstoß erlaubte den schwarzen Figuren zu viel Druck aufzubauen und Christian musste sich bald geschlagen geben. (13 : 15)
Über eine ungewohnte Zugreihenfolge geriet Daniel mit den weißen Steinen in eine Pirc-Eröffnung mit entgegengesetzten Rochaden. Er konnte schon früh einen Bauernangriff starten, aber sein Gegner konnte diesen ausbremsen und selbst einen Angriff am Damenflügel starten mit Unterstützung seiner Dame. Daniel opferte nun einen Bauern, um Aktivität zu bekommen, während sein Gegner seine Dame ins Abseits manövrierte. Er schaffte es aber, die Damen abzutauschen, wobei aber auch sein Angriff verpuffte. Im jetzt anstehenden Endspiel stand Daniel aktiver und etwas besser. Aber wieder einmal drückten ihn Zeitnot und ein unaufschiebbarer Termin nach dem Schach. So musste er zähneknirschend das taktische Remisangebot seines Gegners annehmen. da der der Weg bis zum Sieg zu lang gewesen wäre. (15 : 17)
Mit etwas Glück und weniger Zeitnot wäre mehr möglich gewesen, so aber findet sich unsere Mannschaft im oberen Mittelfeld wieder.