Knapper Sieg in Billerbeck
Unsere zweite Mannschaft reiste diesmal als leichter Favorit zu den Schachfreunden aus Billerbeck. Es wurde dann auch sehr knapp.
Hans an Brett eins kam mit den weißen Steinen zunächst gut aus der Eröffnung, fand dann aber mehrfach nicht die stärkste Fortsetzung, so dass es seinem Gegner gelang, die Partie auszugleichen. Es kam zum Abtausch der Damen und Leichtfiguren, so dass nur noch jeweils zwei Türme und fünf Bauern auf dem Brett verblieben. Da beide Seiten keine realistischen Gewinnaussichten mehr sahen, einigten sie sich auf ein Remis. (2 : 2)
Christian spielte mit den weißen Steinen seine gewohnte Eröffnung. Nach frühem Tausch von zwei Figuren rochierte Christian, während sein Gegner zunächst auf die Rochade verzichtete und mit der Dame auf f5 einen Königsangriff startete. Aber nach Damentausch und langer Rochade von Schwarz war die Drohung beseitigt und das Spiel ausgeglichen. Christian verdoppelte seine Türme auf der e-Linie, sein Gegner wollte mit Te7 gegenhalten, übersah dabei aber, dass jetzt der trennende schwarze Springer auf e4 durch den Bauernzug f3 angegriffen und anschließend erobert werden konnte. Kurz darauf konnte Christian noch eine Qualität gewinnen und nach Abtausch des letzten schwarzen Turms sah Schwarz die Hoffnungslosigkeit seiner Stellung ein und gab auf. (5 : 3)
Ralf spielte mit den schwarzen Steinen und geriet in die preußische Partie, er wählte eigentlich eine ungünstige Variante, aber sein Gegner setzte harmlos fort, und gab sogar sein Läuferpaar ohne Not auf. Auch in der Folge nahm er jede Gelegenheit zum Figurenabtausch wahr, was sich aber eher zugunsten von Ralf auswirkte. Beide Seiten machten keine großen Fehler, nur kleinere Ungenauigkeiten, bis Ralf im 25. Zug einen Turm einstellte. Es folgten zwar noch einige Züge, aber die Partie war entschieden. (6 : 6)
Jannik spielte seine Partie wie gewohnt sehr aggressiv, diesmal sogar mit erhöhtem eigenen Risko. Er vernachlässigte die Eröffnung und verzichtete auf die Rochade, zwang dadurch aber seinen Gegner, selbiges zu tun. Jetzt waren beide Könige in der Brettmitte ständigen Gefahren ausgesetzt, aber es war Jannik, dem unter Bauernopfer als erstem der Durchbruch gelang. Er konnte eine Figur gewinnen und die eigene Dame vorteilhaft gegen die gegnerischen Türme abtauschen. In dieser Situation gab sein Gegner auf, anscheinend durch Janniks Angriffswut zermürbt. Dabei hätten zwei verbundene Freibauern als Kompensation das Spiel eventuell noch spannend machen können. (9 : 7)
Kalle spielte diesmal die Wiener Partie, was seinen jungen Gegner ins Grübeln brachte. Nach frühem Damentausch wollte dieser einen Bauern bis zur Umwandlung nach vorne treiben, aber Kalle konnte durch ein Turmschach den Bauern abfangen und gewinnen. Weiter gelang es ihm, mit seinem Turm auf der gegnerischen Grundreihe zwei noch unentwickelte Damenflügelfiguren, Läufer und Turm, lahmzulegen, und konnte anschließend einige Bauern zu gewinnen. Sein Gegner musste dann seinen letzten Läufer gegen Kalles gefährliche Bauernarmee eintauschen, und verlor schließlich das langwierige Endspiel Turm plus Bauern gegen Turm plus Läufer plus Bauern. (12 : 8)
Die längste Partie des Tages hatte Marita. Nach ausgeglichener Eröffnung verlor sie im Mittelspiel unglücklich eine Figur. Sie konnte sich aber wieder herankämpfen. Ihr Gegner behielt aber bis ins Endspiel einen Mehrbauern. Marita leistete weiterhin zähen Widerstand, aber nach Verlust ihres letzten Bauern musste sie dann doch kapitulieren. (13 : 11)
In dieser Saison zeigt unsere zweite Mannschaft eine wahre Meisterschaft der knappen Siege und hat sich so verdient den zweiten Platz erkämpft. Den zu halten, wird aber schwer, denn als nächste Gegner warten die Schachriesen aus Coesfeld.