Samstag, 17. Januar 2026 - Jürgen Schmidt

Schönes Mannschaftsremis im Lokalderby

Da der SK Münster schon seit einiger Zeit in Hiltrup seine Heimstatt gefunden hat, hatten wir es nicht weit bei diesem Auswärtsspiel gegen die fünfte Mannschaft des SK. Allerdings waren wir krasser Außenseiter, denn an 7 von 8 Brettern waren die SK–Spieler DWZ–überlegen, teilweise sehr deutlich. Doch von vornherein wurde klar, dass wir mehr wollten als eine ehrenvolle Niederlage.

Den Anfang machte Peter, der einen schnellen Sieg verbuchen konnte. Mit den schwarzen Steinen wählte er gegen e4 seine Standarderöffnung. Sein favorisierter Kontrahent zog von Anfang an ein starkes Druckspiel auf, aber Peter stand sicher in seiner Verteidigung und hielt ständig nach Gegenchancen Ausschau. So konnte er urplötzlich mit seinem Turm die gegnerische Dame und einen Springer attackieren. Da nun Figurenverlust unvermeidlich war, gab sein Gegner sofort auf. (3 : 1)

Gegen eine ungeliebte Eröffnung begann Rudolf mit den weißen Steinen zunächst recht passiv. In der Folge erkor er einen gegnerischen Mittelbauern als Angriffsziel, übersah dabei aber eine fürchterliche Gegenattacke durch die feindliche Dame mit einem undeckbaren Mattangriff. Rudolf musste nun den Bauern schlagen, um Läuferverlust zu vermeiden, aber danach standen schwarzer Turm und Dame auf der zweiten Reihe. Da gab es nur noch Aufgabe. (4 : 4)

Hartmuts Gegner eröffnete mit c4, aber alsbald ging die Partie in eine Grünfeld-Variante über. Weiß behielt bis zum 10. Zug seinen Eröffnungsvorteil, aber nach einem ungenauen Bauernvorstoß gewann Hartmut die Initiative. Er setzte die Dame nach e5, bedrohte dadurch den Bauern b2, verleitete Weiß zum Deckungszug Tb1 und vergrößerte durch eine Reihe genauer Züge seinen Vorteil. Einen unnötigen Verteidigungszug von Hartmut hätte Weiß zu einer Remisabwicklung nutzen können, aber es folgte eine Reihe ungenauer Züge auf beiden Seiten. Hartmut behielt dabei immer den Vorteil. Ganz zum Schluss stellte er eine plumpe Mattfalle, sein Gegner fiel darauf herein und gab danach sofort auf. (7 : 5)

An Brett 1 konnte Stefan nach der Eröffnungsphase auf ein deutliches Stellungsplus verweisen. Sein Vorteil verringerte sich jedoch nach einigen ungenauen Zügen. So bot er in noch leicht vorteilhafter Stellung Remis an, was sein Gegner annahm. (9 : 7)

Steffen bekam es als Weißer mit der Philidor-Verteidigung zu tun. Durch eine kleine Ungenauigkeit im fünften Zug ging von diesem Zeitpunkt an die Initiative auf seinen Gegner über. In der Folge fanden beide Spieler fast immer die besten Züge, so dass die Stellung halbwegs im Gleichgewicht blieb. Der Plan des Gegners war, durch Turmverdopplung auf der d-Linie mit Unterstützung durch Läufer und Springer Druck auszuüben. Im zwanzigsten Zug schwächte Steffen durch einen gutaussehenden Bauernvorstoß seine Bauernstruktur am Damenflügel und gab kurz darauf auf, weil Bauernverlust mit anhaltendem gegnerischen Druckspiel unvermeidlich erschien. (10 : 10)

Christian hatte am 2. Brett mit den schwarzen Steinen eine schwierige Partie. In einer Variante des Sizilianers bot ihm sein Gegner einen Bauern an, um im Gegenzug das aktive Spiel zu erhalten. Christian nahm das Angebot an und mühte sich im Folgenden sehr darum die Drohungen abzuwehren, die Weiß ihm stellte. Dies gelang auch einige Zeit, sodass er den Mehrbauern zu behalten schien und dass sein Gegner ihm ein Remis anbot. Dieses lehnte Christian aber mit Blick auf die übrigen Bretter ab, da er zu diesem Zeitpunkt die eigene Mannschaft eher im Nachteil sah. In der Folge konnte Weiß seine Position aber klar verstärken und Christian musste seinen Bauernvorteil aufgeben und lag sogar einen Bauern zurück. Mit sehr knapper Zeit übersah sein Gegner aber kurz vor der Kontrolle, dass Christian durch ein "Qualitätsopfer" eine Springergabel auf den König und den letzten Turm erzwingen konnte. So stand Christian mit einem Springer und zwei Bauern gegen drei Bauern. Auch hier musste noch vorsichtig agiert werden, um nicht in ein Remis zu laufen. Nach zähem Kampf konnte Christian die Partie dann aber glücklich für sich entscheiden. (13 : 11)

Antonio spielte mit Weiß wie üblich d4 und sah sich mit der Slawischen Verteidigung konfrontiert. Sein Gegner startete rasch einen aggressiven Angriff auf Antonios Königsflügel, der ihn zunächst auf die Siegerstraße zu bringen schien. Allerdings spielte Schwarz den Angriff nicht konsequent zu Ende, sodass Antonio plötzlich in eine sehr günstige Position geriet, die ihm zwei Mehrbauern einbrachte. In Zeitnot übersah er dann allerdings die Möglichkeit, einen Springer zu gewinnen, woraufhin sich eine ausgeglichene Stellung ergab, sodass man sich auf ein Remis einigte. (15 : 13)

Daniel bekam es als Schwarzer mit einer Damenbauerneröffnung zu tun, die aber schnell sehr unregelmäßig wurde. Durch den Verzicht auf schnellen Rückgewinn eines Bauern erlangte Daniel eine vorteilhafte Stellung mit Entwicklungsvorteil. Nach einigen Abtauschen, auch der Damen, verzichteten beide Spieler auf die Rochade. Die Stellung war jetzt ausgeglichen, den Minusbauern kompensierte Daniel durch das Läuferpaar und eine unangenehme Springerfesselung. Nach weiteren Abtauschen entstand ein ausgeglichenes Turmendspiel mit gleich vielen Bauern. Nach einigen abgelehnten Remisangeboten opferte Daniel einen Bauern, um ein sicheres Remis mit Bauern nur noch auf dem Königsflügel zu erreichen. Zu diesem Zeitpunkt musste sein Gegner gewinnen, um das Mannschaftsunentschieden zu retten, während Daniel unter maximalen Termindruck stand. Kurz bevor sein Gegner die Sinnlosigkeit seiner Angriffsbemühungen einsehen musste, unterlief Daniel dann doch noch der entscheidende Fehler, der zur sofortigen Niederlage führte. (16 : 16)

Im Nachhinein gesehen ein verpasster Sieg, insbesondere die unglückliche Niederlage von Daniel schmerzt. Andererseits ein schöner Erfolg gegen eine favorisierte Mannschaft, so dass wir auch bei zwei noch ausstehenden schweren Spielen auf den Verbleib in der oberen Tabellenhälfte hoffen dürfen.