Sonntag, 2. März 2025 - Jürgen Schmidt

Unerwartet klarer Sieg gegen den SK 5

Dieses Match stand anscheinend zweifach unter einem guten Stern. Es war Karnevalsumzug in Hiltrup, was dazu führte, dass wir das Auswärtsspiel in unserer heimische Spielstätte austragen konnten, und Andreas war nach zwei Jahren Pause mal wieder mit dabei und zeigte durch einen souveränen Sieg, dass er nichts verlernt hat. Auch seinetwegen stand es schon nach ca. zwei Stunden 3 : 0. Die übrigen Partien waren dann auch bald entschieden, so dass wir schon vor 19.00 Uhr gut gelaunt den wieder aufgeräumten Saal verlassen konnten.

An Brett 2 spielte Christian mit den schwarzen Steinen. Beide Kontrahenten führten einen offensiven Kampf und fühlten sich offenbar recht sicher, sodass sie auch nicht viel Zeit verstreichen ließen. Christian gelang es, dem weißen Spieler einen isolierten Doppelbauern auf der c-Linie zu verpassen. Im Gegenzug musste er aber damit leben, dass sein Königsspringer lange bewegungsunfähig war. Im weiteren Verlauf wurden die Damen getauscht und Christian wollte auf den schwachen Doppelbauern spielen, aber leider einen Zug zu früh. Er vergaß den gegnerischen Läufer abzuklemmen, und so konnte sein Gegner durch einen Abtausch mit Zwischenschach einen Bauern gewinnen und eine deutlich stärkere Stellung erhalten. Christian entschied sich dazu, die verbliebenen Bauern zu sichern, statt direkt den isolierten Doppelbauern zu nehmen. denn er hoffte, dies später mit mehr Vorteil erreichen zu können. Eine kleine Ungenauigkeit des Gegners ermöglichte es ihm, den Tausch der verblieben Türme zu erzwingen. Er spielte mit zwei Bauern weniger und einem Springer gegen einen Läufer. Als Kompensation hatte er aber 3 Bauern auf der a bis c-Linie, die den isolierten a und c Bauern des Weißen entgegenrollten. Dabei war der a- Bauer für den weißen Spieler kaum zu halten und nach einer weiteren kleinen Ungenauigkeit war der Durchzug eines der Bauern nicht mehr zu verhindern. (1 : 0)

Nach 1.e4 wählte Andreas die sizilianische Dracheneröffnung. Sein Gegner war früh bestrebt die eine oder andere Vereinfachung herbeizuführen. Andreas konnte aber mit einigen Standardmotiven etwas Druck aufbauen, der auch nach einem Damentausch nicht geringer wurde. Eingangs des Mittelspiels gewann er einen Bauern; sein Gegner suchte Kompensation mit einem unvertreibbaren Springer im Zentrum. Diesen Vorteil erkaufte er sich aber mit einem Qualitätsverlust und hoffte auf Rückgewinn des Materials durch mehrere mögliche Springergabeln. Das klappte nicht, stattdessen spielte Andreas aufgrund seiner Mehrqualität auf Linienöffnung und konnte mittels einer Taktik weiteres Material gewinnen. Sein Gegner sah daraufhin die Aussichtslosigkeit seiner Stellung ein und gab im 33. Zug auf. (2 : 0)

Nachdem Antonios Gegnerin mit Schwarz im Damengambit eine sehr unorthodoxe Variante spielte, geriet sie schnell in eine positionell unglückliche Stellung. Sie versuchte einen mutigen Angriff auf die weiße Königsseite, der allerdings ins Leere lief, als Antonio lang rochierte. Anschließend begann Antonios Angriff auf die "wacklige" schwarze Königsstellung, bei dem schnell ein schwarzer Zentrumsbauer fiel und erste Mattdrohungen auftauchten. Nach einen Damen- und Turmtausch verlor Schwarz einen weiteren Bauern und einen Springer, so dass Antonios Gegnerin angesichts der aussichtslosen Stellung nach 27 Zügen aufgab. (3 : 0)

Am Spitzenbrett ergab sich nach der Eröffnungsphase eine ausgeglichene Position. In der Folge ließ Stefan eine dreifache Stellungswiederholung aus und tauschte für ihn ungünstig einen Läufer ab. Nach einem weiteren unvorteilhaften Tausch kollabierte die weiße Stellung und nach einigen Zügen gab Stefan die Partie auf. (3 : 1)

Hartmut griff in seiner Partie wieder zu seiner neuen Weiß–Eröffnung, die allmählich zu einer Wunderwaffe wird. Denn schon nach wenigen Zügen geriet sein Gegner in ernsthafte Schwierigkeiten. Mit riskantem Angriffsspiel hätte Hartmut einen frühen Sieg erzwingen können, aber er wählte eine ruhigere Fortsetzung. Er gewann eine Figur und ließ einen Gegenangriff zu, den er aber unter Kontrolle hatte. Als sein Gegner in seinen Angriffsbemühungen eine weitere Figur einbüßte, ging Hartmut seinerseits wieder in die Offensive. Sein Angriff wurde schnell übermächtig und wenige Züge später musste sein Gegner kapitulieren. (4 : 1)

Nach ausgeglichener Eröffnung ergab sich in Peters Partie ein komplexes taktisches Geplänkel, in dem er mit einer Mehrfigur gegen einen Bauern verblieb. Sein Gegner hatte jedoch Gegenspiel und vorgerückte Freibauern, was ihn dazu motivierte, Remis anzubieten. Peter lehnte das jedoch beim Stande von 3 : 0 als zu früh ab. Einige Züge später stand es dann 4 : 0 und jetzt war nach Peters Meinung der richtige Zeitpunkt für das Remis. Sein Gegner nahm das Angebot an, da er inzwischen deutlich im Nachteil war; unser Mannschaftsieg war dadurch gesichert. (4,5 : 1,5)

Daniel musste ein Brett aufrücken und somit unerwartet mit den schwarzen Steinen spielen. Komplett unvorbereitet bekam er es mit der englischen Eröffnung zu tun. Der Schock wirkte jedoch positiv. Er besetzte früh mit einem Bauernduo das Zentrum und behielt es auch die ganze Zeit. Es kam zu mehrmaligen Umgruppierungen der Leichtfiguren, sein Gegner war aber nie in der Lage das Bauernduo abzutauschen. Stattdessen konnte Daniel am Königsflügel einen eigenen Angriff starten mit den Bauernvorstößen h6, sowie g5, g4. Diesen Angriff konnte sein Gegner abwehren und die Stellung war ausgeglichen. In der Zwischenzeit waren fast alle anderen Partien und der Mannschaftskampf entschieden, und so einigte man sich auf Remis im 22. Zug. (5 : 2)

Schon im zweiten Zug wurde Jürgen von seinem Gegner in eine ungewöhnliche, aber gut spielbare Eröffnung gezwungen. Trotz verständlicher Verunsicherung fand Jürgen die richtigen Züge, und nach zehn Zügen war die Rochade geschafft und sogar ein kleiner Stellungsvorteil erreicht. Nach 16 Zügen bot Jürgen beim Stande von 3 : 0 Remis an, was sein Gegner aber verständlicherweise ablehnte. Fünf Züge später - der Mannschaftkampf war mittlerweile entschieden – bot er selbst Remis an, was Jürgen auch sofort akzeptierte. (5,5 : 2,5)

Das letzte Wort soll Andreas haben. Als Jürgen etwas kläglich bemerkte, dass das Abstiegsgespenst endgültig vertrieben sei, sagte er: "Wieso Abstieg? Wir stehen auf dem dritten Platz!"